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Göttinger Nachbarschaftshilfe

Freitag 29. Juli 2016

Bruns GmbH - Kartonagen und Offsetdruck

Es ist schön, dass ein Industriegebiet nicht zwangsläufig anonym und voll automatisiert sein muss. Am 22.07.2016 besuchten wir unseren Nachbarn Bruns Kartonagen und somit die 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des erfahrenen Unternehmens. Anlass des Besuchs ist der Druck unserer ERPA Infomappe, die nun eine Neuauflage bekommt. Seit 1999 ist Bruns nicht nur ein Nachbar, sondern auch unser Kunde für VERPAK sowie einen Zünd Cutter M-1600.

Aus dem großen Materiallager werden ca. 1.500 Bogen Invercote hervorgeholt und an der computergesteuerten Schneidemaschine auf 1/1000 mm präzise zurechtgeschnitten. „Die Auflage ist klein, daher werden die wenigen Bogen geschnitten, anstatt sie passgenau zu ordern“, erklärt Herr Schäfer, der unsere Mitarbeiterin Stefani Offik durch das große Werk führt. An der Offsetmaschine – eine KBA Rapida mit 6 Farben + Lack - sind bereits zwei seiner Kollegen fleißig dabei die Maschine einzurichten. Am Kontrollpult beurteilen sie die ersten Druckbogen. Letzte Korrekturen an den Parametern werden an einem Schaltpanel vorgenommen, dass unweigerlich an ein Musikmischpult erinnert, ehe die Maschine in Windeseile die Bogen durch die insgesamt sechs Farbwerke wirbelt. So schnell die Maschine angefahren ist, so schnell beginnt sich auch die Palette zu leeren. „Bis zu 18.000 Bogen pro Stunde schafft die Maschine“, erzählen die Mitarbeiter, die an der Druckmaschine arbeiten.

Herr Schäfer führt Frau Offik während die Maschine weiter läuft durch die große Produktionshalle. In einem Regal unweit der Druckmaschine lagern bereits verwendete Druckplatten anderer Aufträge. Sie wurden gereinigt und gummiert, damit sie bei Bedarf zeit- und kostensparend wiederverwendet werden können.

Stolz verweist Herr Schäfer auf die 2012 angeschaffte Kaschiermaschine, an der sie nun vorbeikommen. Mithilfe der Kaschiermaschine können im Offset-Verfahren bedruckte Bogen aus Vollpappe auf offene Wellpappbogen kaschiert werden - das Resultat ist eine hochwertige Druckqualität der Vollpappe, verbunden mit optimaler Stabilität der Wellpappe. Im Kaschierverfahren werden die Bogen aus Voll- und Wellpappe miteinander verleimt, wodurch die verschiedensten Kombinationsmöglichkeiten umsetzbar sind. Es können Vollpappbögen auf offene B-, E-, F- und G-Welle sowie Vollpappe auf Vollpappe kaschiert werden.

Im Bereich der Weiterverarbeitung stehen insgesamt drei Stanzmaschinen, die unterschiedliche Formate sowie Materialien abdecken.  Eine der Stanzen ist ein Heidelberg Stanztiegel, welcher für die kleinsten Formate wie etwa 31 x 45 cm geeignet ist und von Hand für kleine Auflagen betrieben wird. Die zuvor beschriebenen auf Wellpappe kaschierten Vollpappbogen beispielsweise lassen sich nur auf einer der beiden großen Bobst Stanzen verarbeiten, da sie die einzige ist, deren Greifer die dicke Pappe mit bis zu 3 mm zu fassen bekommen.

Unterhalb der Stanzen fällt Stefani Offik das unterirdische Förderband auf, welches wie ein Fluss aus Pappschnipseln in einen Container mündet. Herr Schäfer erläutert, dass die Reste sogleich gepresst und direkt beim Kartonagenhersteller wieder zu neuer Kartonage verarbeitet werden, die Bruns dann wiederum für neue Aufträge bezieht – genial!

Neben den Stanzen befindet sich auch das Lager für die etwa 4000 Stanz- und Ausbrechformen. Außerdem werden auch Gegenzurichtungen gelagert.

Den nächsten Bereich des Rundgangs bilden die drei Bobst Alpina Klebemaschinen. Hier werden die gestanzten Produkte aus Vollpappe und/oder Wellpappe geleimt. Diese Maschinen sind mit einer lasergesteuerten, automatischen Leimüberwachung ausgestattet und zudem sehr flexibel: 2-,4-,6-Punktklebungen und Längsnahklebungen sowie Sonderkonstruktionen können verklebt werden. Kaum verlassen die Schachteln die Maschine, ist der Leim auch schon trocken.

Herr Schäfers Blick fällt auf einen Stapel von Boden-Deckel-Schachteln – „Wo sind die Klebelaschen oder Steckschlitze“, fragt Frau Offik? „Diese werden nicht verklebt, sondern geheftet“, entgegnet er und deutet auf die manuelle Heftmaschine. Er fügt noch hinzu, dass aufgrund der Handarbeit eher kleinere Stückzahlen gefertigt werden.

An ihrem letzten Zwischenstop werden die Produkte vom MKS Roboter automatisch gebündelt und palettiert. Die Paletten werden anschließend je nach Bedarf oder Kundenwunsch mit einer Schrumpf- oder Stretchfolie überzogen und auf einem Förderband ins Lager abtransportiert.

Als sich Frau Offik und Herr Schäfer nach dem beendeten Rundgang der Offset-Druckmaschine nähern, sind die Drucker bereits fertig damit die Palette zu wenden und den Widerdruck auf der Innenseite der Mappe einzurichten. Kurz darauf beginnt die Maschine die Bogen von der Palette anzusaugen und erneut durch die Farbwerke zu befördern.

Vielen Dank für die spannenden Einblicke in eure Produktionsstätte! Macht weiter so! 

Palette mit Invercote-Bogen

Bogenanlage

Andrucke und das "Musikschaltpult"

Ein auf B-Welle kaschierter Offsetdruck

Kaschieranlage

Klebemaschine

Das Endprodukt - Die ERPA-Mappe

 
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